Mal ist es Land`

 

Mal ist es Meer:

 

WAT`N

 

WATT

 

 

 

Was Sie schon immer über das Watt wissen wollten.

Was Sie unbedingt über das Watt wissen sollten,

und damit Sie nicht meckern, wenn mal wieder kein Wasser da ist,

wenn Sie über den Deich schauen.

 

Mit dem Wort Watt bezeichnet man ein mehr oder weniger breites und seichtes Gebiet an einer Küste mit Gezeiten, welches bei Ebbe trocken fällt und während der Flut mit Wasser bedeckt ist.

Das Wattenmeer entlang der Küste der südlichen Nordsee ist einmalig auf der ganzen Welt. Es erstreckt sich von der Mitte der holländischen Küste, entlang der deutschen Nordseeküste bis nach Dänemark. Es ist ca. 5 bis 10 Kilometer breit und 450 Kilometer lang. Der Salzgehalt des Wattenmeeres liegt bei 3,4%. Bis auf Borkum sind bei Niedrigwasser alle ostfriesischen Inseln zu Fuß erreichbar (nie ohne geprüften Wattführer!!!). Das Watt entstand im wesentlichen nach der Bildung der Inseln. Die westfriesischen (niederländischen) und ostfriesischen Inseln haben sich aus dem Meer aus Sandbänken gebildet, die nordfriesischen (schleswig-holsteinischen) durch Landabbrüche. Jede Flut bringt Kleinstteilchen an Sand, Tone, organischen Pflanzen und Tierresten mit, die beim höchsten Wasserstand abgelagert werden. Das ist dann der sogenannte -Schlick-. Es gibt einmal das Sandwatt (fester Boden), das Mischwatt, in dem man knöcheltief einsackt und das Schlickwatt, in dem der Wattwanderer im Extremfall bauchtief versinkt.

Das Watt ist Lebensraum für viele Tiere wie Muscheln, Würmer, Einzellern, und gilt von der Biomasse her gesehen als größter Lebensraum der Welt. Fast alle Nordseefische wachsen im Watt heran, die Vögel finden einen reich gedeckten Tisch. Im Frühjahr und Herbst ist das Wattenmeer, bzw. die Inseln, für die Zugvögel eine ganz wichtige Zwischenstation.

 

Wenn auch die Badewasserqualität nach -EU-Norm- noch als hervorragend bezeichnet werden kann, ist die Nordsee und das Wattenmeer doch extrem bedroht. Denn die Abfälle werden an einem der dichtbesiedelsten und industrialisiertesten Gebiet der Welt, über die Luft, durch Flüsse und Direkteinleitungen eingebracht. In erster Linie sind das Phosphate, Nitrate, Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle. Zum Schutz dieser einmaligen Naturlandschaft wurde der -Nationalpark Niederächsisches Wattenmeeer mit seinen unterschiedlichen Schutzzonen, gegründet.

 

Auszug aus dem Norder Stadtführer von 1904:

 

Das Wattenmeer

Je mehr sich die Überzeugung von der günstigen Wirkung der Seeluft auf den menschlichen Körper Bahn bricht, desto mehr Heilungs- und Erholungsbedürftige werden dem Meer zustreben. Der mit jedem Jahr wachsende Zug zur See gibt ein beredtes Zeugnis dafür ab, daß nicht Mode oder Nachahmungssucht die Inseln und günstig gelegenen Küstenplätze allsommerlich bevölkert - sondern ein tieferes Bedürfnis veranlaßt den Binnenänder, oft recht umständliche und kostspielige Reisen zu machen, um in frischer kräftiger Seeluft einen Ausgleich für die im Betriebe der Großstadt oder im allgemeinen Hasten und Jagen der Neuzeit verlorene Spannkraft zu schaffen. Daß die Seeluft in dieser Beziehung Wunder wirkt, das bezeugen jährlich Hunderttausende, die die See besucht haben. Inseln und Küstenpätze wetteifern seit Jahren, den Besuchern den Aufenthalt nach jeder Richtung hin so angenehm wie möglich zu machen und den Gästen neben der Seeluft auch einen Ersatz für das verlassene eigene Heim zu bieten.

 

An der Spitze der deutschen Küstenbadeorte, welche sich auf Fremdenbesuch einrichten, steht die Stadt Norden. An der ganzen deutschen Nordseeküste ist keine Stadt in gleich-günstiger Lage, welche neben der reinsten Seeluft seinen Gästen den Genuß herrlicher Waldluft zu bieten vermag. Fern ab vom Weltgetriebe und dennoch durch den Schienenstrang mit den Verkehrszentren Europas direkt verbunden, ist die Stadt Norden ein Dorado für alle diejenigen, welche auf die rauschenden Freuden des Badelebens verzichten und darauf bedacht sind, Körper und Geist wirklich zu pflegen. Aber auch für diejenigen, welche das Badeleben großen Stils sehen wollen, bietet das nahe gelegene Norderney einen willkommenen Ersatz.