Vorsicht: nie ohne Wattführer wattwandern !!!

Für den unkundigen Wattwanderer birgt das Watt mancherlei Gefahren, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind. Priele, so nennt man die natürlichen Wasserläufe, die für die Ent- und Bewässerung des Watts zuständig sind, füllen sich bei auflaufender Flut sehr schnell, so dass dem Wattwanderer auf diese Weise oft der Rückweg versperrt wird. Dann gibt es Schlickgebiete, in denen man teilweise bis zu den Knien, im Extremfall sogar bis zum Bauch, einsinken kann. Sich hieraus zu befreien, gelingt nicht jedem.

Herrliches Wetter verleitet so manchen, sich immer weiter von der Küste zu entfernen. Man fragt sich: Was soll denn schon passieren? Aber plötzlich aufkommender Seenebel, - de wilde Katt - , wie man hier an der Küste sagt, schafft oft in wenigen Minuten eine so dichte Nebelwand, dass eine Orientierung nicht mehr möglich ist. Einem Naturgesetz folgend, läuft man dann im Kreise und erreicht nicht das Ziel. Dazu kommt die auflaufende Flut. Speziell vor Norddeich gehen immer wieder viele Menschen, oft Eltern mit kleinen Kindern, in Richtung der - Itzendorf-Plate - , das ist die Sandband zwischen Norddeich und der Insel Juist. In den letzten Jahren mussten hier immer wieder Rettungsaktionen durchgeführt werden. Leider sind auf dieser Plate schon mehrere Menschen ums Leben gekommen. Alles Wattwanderer, die auf eigene Faust das Watt erkunden wollten. Deshalb schließen Sie sich bitte einer geführten Wattwanderung zur Itzendorf-Plate an. Sie erfahren hier vom amtlich geprüften Wattführer HEIKO viel Interessantes über Ebbe und Flut, Entstehung des Wattenmeeres und der Inseln, alles Wichtige über die Tierwelt und natürlich auch über Gefahren und die Umweltbelastung. Muscheln werden auf der Muschelbank erklärt.

 

Der Wattführer Heiko Campen wurde direkt hinter dem Deich geboren und erlag schon als Schüler der Faszination dieser einmaligen Naturlandschaft. Seit 1953 war Heiko auch als ehrenamtlicher Rettungsschwimmer der DLRG in seiner Freizeit am Deich. Hier ergaben sich dann auch viele Kontakte zu den Gästen und so auch die ersten Wattwanderungen. Seit 1965 gab es dann in Zusammenarbeit mit der Kurverwaltung Norddeich die ersten offiziellen Wattwanderungen zur Itzendorf-Plate und zur Insel Norderney. Heiko Campen besitzt auch als einer der wenigen Wattführer an der ostfriesischen Küste die Genehmigung zur Führung von Wattwanderern nach Baltrum, Langeoog und Spiekeroog. Die Inseln Juist, Memmert und Wangerooge sind für Führungen gesperrt und die Insel Borkum ist zu Fuß nicht erreichbar.

 

Nachdem es einige Unälle mit sogenannten - Wattführeren - gegeben hatte, gibt es nun seit 1972 die offizielle Wattführerprüfung. Die Wattführer müssen genaue - Ortskenntnisse - des Watts vorweisen, außerdem gesund sein (alle sechs Jahre findet eine Untersuchung statt) und in erster Hilfe ausgebildet sein.

Auch die Ausrüstung ist vorgeschrieben: Funkverbindung zum Festland oder zur nächsten Insel, Handy, Kompass, Leuchtpistole, Fernglas, Trillerpfeife, 30 Meter lange Leine, Erste-Hilfe-Ausrüstung. Sie sehen, es ist alles für die Sicherheit der uns anvertrauten Gäste getan.

                                                                                      

Also: nie allein, immer mit einem geprüften Wattführer!

Bekleidung: kurze Hose, alte Turnschuhe (keine Plastiksandalen), notfalls sind auch Socken geeignet. Barfuss ist wegen der teilweise sehr scharfkantigen Muscheln nicht zu empfehlen.

In der kälteren Jahreszeit, wo im allgemeinen nur küstennahe Wanderungen angeboten werden, geht es auch mit Stiefeln.

Bei starker Sonne: Kopfbedeckung und Hemd, denn die Strahlungsintensität der Sonne verstärkt sich im Watt.

Bei Inselwanderungen auf jeden Fall Kleidung zum Wechseln, zwei paar Schuhe, Anorak, Handtuch, Sonnenschutzmittel nicht vergessen! Für die Wanderung am besten alles in den Rucksack (Fotoapparat).

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt!